mir ist getroumet hînte von angestlîcher nôt. Eine Untersuchung zur Erzählweise von Unheilsträumen in Nibelungenlied und Rabenschlacht
DOI:
https://doi.org/10.51814/nm.147456Keywords:
Literarische Traumerzählungen, Nibelungenlied, Rabenschlacht, mittelhochdeutsche Heldenepik, antike und mittelalterliche TraumtheorienAbstract
Die mantisch-prophetischen Unheilsträume Kriemhilds und Uotes im Nibelungenlied und Helches in der Rabenschlacht werden in der Mediävistik intensiv diskutiert, Parallelen in der Erzählweise erkannt, die nibelungische pessimistisch-fatalistische Grundstimmung der symbolisch verschlüsselten nächtlichen Bilder betont. Dennoch fehlen bislang systematisch-vergleichende Analysen zu den Traumerzählungen. Eine solche Analyse soll im Rahmen dieser Studie durchgeführt und mit Blick auf die Untersuchungsergebnisse erörtert werden, ob bzw. inwieweit diese literarischen Träume Merkmale aufweisen, die für heldenepische Untergangserzählungen als gattungsspezifisch gelten können. Dabei werden auch Parallelen zu den Träumen aus der Klage beleuchtet, v.a. aber Unterschiede zu Unheilsträumen in anderen Gattungen mittelhochdeutscher Versepik diskutiert, exemplarisch an einschlägigen Beispielen aus dem Rolandslied des Pfaffen Konrad, dem Orendel und dem Meier Helmbrecht von Wernher dem Gertenare. Mit Überlegungen zum Traum der Hecbua in Konrads Trojanischem Krieg und dem Drachentraum der Herzeloyde in Wolframs Parzival wird abschließend ein Ausblick zur weiteren Erforschung literarischer Träume in mittelhochdeutscher Versepik formuliert.
Downloads
Published
Issue
Section
License
Copyright (c) 2025 The Modern Language Society, Helsinki

This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.